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09.03.2010 Rucksack-Projekt startete auch in Laatzen: Elternbildung & Sprachförderung
Das Elternbildungs- und Sprachförderprogramm „Rucksack“ begann in der Grundschule PestalozzistraßeSeit Februar exisitiert das bereits seit längerem geplante Rucksack-Projekt in der Grundschule Pestalozzistraße. Bei dem Rucksack-Projekt handelt es sich um ein niedrigschwelliges Elternbildungs- und Sprachförderprogramm. Das Rucksack-Projekt ist ein Teilprojekt der „Sozialen Stadt“ und wird in diesem Rahmen des Förderprogramms „Förderung städtebaulicher Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen, Modellvorhaben im Rahmen der Programmkomponente Soziale Stadt“ mit Mitteln der N-Bank unterstützt. Den Großteil der Kosten trägt die Stadt Laatzen.
Die Ziele von Rucksack sind die Förderung von Mehrsprachigkeit bei Migrantenkindern, Unterstützung der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder, Förderung der allgemeinen kindlichen Entwicklung, Stärkung des Selbstwertgefühls der Eltern und deren Kindern sowie Stärkung der interkulturellen Qualität der Einrichtung.
„Der ganzheitliche Ansatz des Rucksack-Programms hat dieses Konzept vielerorts bereits zum Erfolgskonzept gemacht. Es ist gut, dass wir nun auch in Laatzen damit starten. Ein weiterer Baustein zu mehr Integration der Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Stadt“, freut sich Bürgermeister Thomas Prinz.
Das Rucksack-Programm wurde ursprünglich konzipiert von der Regionalen Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien Hauptstelle Essen.
Die Anleitung und Koordination des Projektes liegen bei Frau Tellbach, die für das NiKo-Projekt der Stadt Laatzen verantwortlich ist. Als Elternbegleiterin wird Frau Lili Baradran-Farshchi die Gruppe anleiten. Von Seiten der Schule sind die Schulleiterin Frau Geyer und die Sozialpädagogin Frau Tsioutsioumi ansprechbar. Das Konzept für die Umsetzung von Rucksack in der Grundschule Pestalozzistraße ist in Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Schulsozialarbeit, Schulleitung und dem NiKo-Projekt erarbeitet worden.
Die Arbeit im Rucksack-Projekt erfolgt über drei Ebenen:
- Die Anleitung der Eltern erfolgt durch Elternanleiterinnen in der Grundschule
- Eltern üben mit ihren Kindern zu Hause in der Muttersprache oder auf Deutsch
- In der Grundschule wird das jeweilige Thema aufgegriffen, die Kinder werden so in der deutschen Sprache gefördert
Die Grundschule Pestalozzistraße plant das Projekt vorerst für drei Zielgruppen. Angesprochen werden sollen Familien, deren Kinder den Schulkindergarten besuchen, Kinder die an der vorschulischen Sprachfrühförderung teilnehmen und Familien, deren Kinder in die erste Klase gehen. Der Schwerpunkt in der Zielgruppe ist bewusst gewählt, weil von Seiten der Schule im Schulkindergarten, der vorschulischen Sprachförderung und der ersten Klasse die Themenverknüpfung wie gewollt gewährleistet werden kann. Dennoch ist das Projekt prinzipiell für alle anderen Eltern offen.
Im Rahmen des Projektes werden die Mütter als Expertinnen für das Erlernen der Erstsprache angesprochen, nicht orientiert an ihren Defiziten, sondern an ihren Stärken. Die Mütter treffen sich einmal in der Woche für zwei Stunden mit der Elternbegleiterin und machen gemeinsam Aktivitäten, die sie in der Woche mit ihren Kindern zu Hause durchführen sollen. So bekommen die Mütter für die Arbeit mit ihren Kindern in der Elterngruppe Anregungen und Materialien durch die Elternbegleiterin. Symbolisch gesehen packen sie einen Rucksack voller Kenntnisse, Spaß, Erfahrungen und Informationen. Elterngruppen treffen sich Mittwochs, der Zeitaufwand für Teilnehmende beträgt wöchentlich ca. zwei Stunden.
Während dieser Treffen lernen sie den Wert von Literatur, Bilderbüchern, Liedern, den Wert des Spielens und Malens sowie der Verbindung von Sprache und Handeln für die Entwicklung ihres Kindes in der alltäglichen Beschäftigung kennen. In der Regel gehören die am Programm beteiligten Mütter der bildungsfernen Schicht an. Kleinere Geschwisterkinder werden während dieser Zeit betreut.
Da der Prozess ein paralleles Lernen in der Erst- und Zweitsprache im Elternhaus und in der Einrichtung beinhaltet, greifen die Lehrkräfte der teilnehmenden Gruppen die Inhalte und Begriffe im pädagogischen Alltag in der deutschen Sprache auf und setzen sie mit den Kindern kreativ um. Mütter und Lehrkräfte werden somit Partner für die Sprachförderung der Kinder. (Quelle: Stadt Laatzen)
weitere Informationen zum Rucksack-Projekt in Niedersachsen: PDF-Datei des Praxisnetzwerks für soziale Stadtentwicklung
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